Freier Bericht/Meinung eines Bürgers aus Mechernich
Sekundarschule neben gegliedertem Schulsystem?
Oder: Ist die Einführung der Sekundarschule für die Stadt Mechernich sinnvoll?
Seit Oktober 2011 ist mit dem 6. Schulrechtsäderungsgesetz die Einführung der Sekundarschule als neue Schulform neben den bestehenden Schulformen der Sekundarstufe I und II (Hauptschule, Realschule, Gymnasium, Gesamtschule) erlaubt worden, um langfristig (Stichwort Bevölkerungsrückgang) ein attraktives und wohnortnahes Schulangebot zu ermöglichen, welches gleichzeitig dem Wunsch vieler Eltern entspricht, die Bildungswege ihrer Kinder länger offen zu halten. Hierzu gab es am 13.05.2012 einen Besuch der NRW-Ministerin Sylvia Löhrmann in der Förderschule Satzvey, worüber die Presse bereits berichtete.
In der Sekundarschule sind die Klasse 5 bis 10 dreizügig vertreten, in jeder Klasse gibt es mind. 25 Schüler und es sind alle Abschlüsse möglich. Die Schule kooperiert mit einer Oberstufe eines Gymnasiums. Weitere Fremdsprachen werden ebenfalls angeboten. Es ist eine Ganztagsschule mit vielfältigem Nachmittagsangebot.
Die Kinder und Jugendlichen lernen mindestens in den Klassen fünf und sechs gemeinsam. Ab dem 7. Jahrgang kann der Unterricht entweder weiter gemeinsam, teilweise oder komplett getrennt werden. Das entscheidet jeweils der Schulträger.
Die Kinder werden abhängig von ihrem Leistungspotential, ihren Talenten und Begabungen individuell gefördert – niemand wird überfordert, aber auch nicht unterfordert. Gemeinsames Lernen kennen sie bereits von der Grundschule.
Da es die sogenannten leistungsgleichen (homogene) Lerngruppen, wenn es sie jemals gegeben haben sollte, heutzutage in keiner Schulform mehr gibt, müssen neue äußere und besonders innere Differenzierungsmodelle angewendet werden. Das bedeutet unheimlich schwere und intensive Arbeit für alle am Schulsystem beteiligten Akteure und Lehrer – und diese Mehrarbeit scheuen viele, die unbedingt am alten System festhalten wollen, das vom Ziel der „Chancengleichheit für alle“ leider noch immer Lichtjahre entfernt ist.
In der Sekundarschule würde vielen Schülern ein demotivierendes „Weiter nach unten schieben“ auf jeden Fall erspart bleiben - im Gegenteil, sie können sich frei nach oben entwickeln, ohne schon mit 10 Jahren in die vielleicht falsche Schublade gesteckt worden zu sein.
Und nicht zu vergessen: alle Schulen sind angehalten, Schüler mit besonderem Förderbedarf in ihre Klassen aufzunehmen (Stichwort Inklusion), da wird die nachgefragte Differenzierung unabdingbar!
Wenn nicht jetzt – wann dann? Aber in wohlüberlegten Schritten und nicht im Schweinsgalopp, würde man hier anraten. Und was sagen die Eltern dazu?
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